862-0109-00L  Wissen als Textur

SemesterFrühjahrssemester 2021
DozierendeA. Kilcher
Periodizitäteinmalige Veranstaltung
LehrspracheDeutsch
KommentarNur für Studierende MA Geschichte und Philosophie des Wissens.


KurzbeschreibungWissen wird üblicherweise als Gegenstand objektiviert. Zugleich lässt sich Wissen aber auch als Funktion von Relationierung verstehen: als Verhältnis und Verknüpfung, oder mit einem metaphorischen und zugleich modellhaften Begriff: als «Textur». Analysiert werden entsprechende Ansätze von der Vormoderne bis hin zu poststrukturalistischen, zeichen- und (kon-)texttheoretischen Entwürfen.
Lernziel- Analyse wissenschaftstheoretischer Ansätze zwischen Philosophie, Semiotik und Texttheorie
- Analyse von Formen und Funktionen der Korrelation, Verknüpfung, Vernetzung
- Auswahl und Diskussion von Texten in Clustern
InhaltWissen wird üblicherweise als Gegenstand substantialisiert und objektiviert. Zugleich lässt sich Wissen aber auch als Funktion von Formen der Relationierung verstehen: als Verhältnis und Verknüpfung, oder mit einem metaphorischen und zugleich modellhaften Begriffsfeld aus dem «textilen» Bereich gesprochen: als «Textur».
In dem Seminar soll es darum gehen, Ansätze zu analysieren, die die Ausformulierung von wissenschaftlichen Aussagezusammenhängen und Diskursen dergestalt als «Textur» entwickeln, die mithin Wissen als Ergebnis von Vernetzung von Elementen verstehen. Inwiefern ist, so liesse sich demnach fragen, die Ausbildung von Wissensformen an innere und äussere Verweiszusammenhänge gebunden? Wie erscheint uns Wissen als System und Zusammenhang, wenn nicht aufgefangen in einer mehr oder weniger latenten oder manifesten Verweisstruktur? Dies knüpft u.a. auch an Foucaults Begriff des Dispositivs an, der wie ein Netz, ein Gewebe strukturiert ist und in dem die Objekte des Wissens überhaupt erst erscheinen und zu liegen kommen. Analysiert werden demzufolge formale Begriffe des Wissens in vergleichender Perspektive, wobei vormoderne Ansätze ebenso wie poststrukturalistische, semiotische und texttheoretische Entwürfe mit einbezogen werden (u.a. Michel Serres, Umberto Eco).

In dem Seminar sollen – auch auf der Basis von Vorschlägen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Texte in Form von Clustern diskutiert werden, die ihrerseits wiederum eine Art Netz aufbauen, auch um die Performanz dieses Ansatzes zu erproben.