052-1130-21L  Entwurf V-IX: Bergell - Aufzeichnungen eines Territoriums (GD C.Menn)

SemesterFrühjahrssemester 2021
DozierendeC. Menn
Periodizitätjedes Semester wiederkehrende Veranstaltung
LehrspracheDeutsch
KommentarDie Belegung unter Link ist erst nach der Zuteilung der Entwurfsklasse am Schluss der internen Einschreibung am D-ARCH möglich (s. Link).

Eine Benotung des Entwurfs am Semesterende erfolgt ausschliesslich aufgrund der per Stichtag, 2.April 2021, 24:00 Uhr, dokumentierten Belegungsliste. Das vorgenannte Datum ist der letzte Termin zum Löschen oder Belegen dieser Lehrveranstaltung!


KurzbeschreibungIst das Bergell eine geografisch und wirtschaftlich isolierte „Kammer“ im Grenzgebiet? Ein entrückter Ort der Poesie, aber des Stillstandes und der Resignation, bedroht von der Natur? In unseren forschenden Aufzeichnungen interessieren uns die Beziehung zwischen der Landschaft und den Architekturen und deren Ideengeschichte.
LernzielDie Studierenden lernen einen Landschafts- und Kulturraum in seinen vielschichtigen zeitlichen und räumlichen Dimensionen zu entdecken, was sie befähigt, kritisch eine Haltung der Gegenwart einzunehmen. Sie lernen daraus und aus der Ressource des Ortes eine architektonische Idee zu formen und zu einem konsistenten Projekt zu entwickeln.
InhaltDie Geografie und Geschichte des Tals ist geprägt von Amplituden und Kontrasten. Topografisch und klimatisch ein steiler Absturz von den alpinen Passhöhen bis zur fast mediterranen lombardischen Ebene, begünstigte über Jahrhunderte eine der wichtigsten Alpentransitadern eine Implementierung fremder Kultur, die sich mit der symbiotisch ruralen Lebensform verband. Die Verlagerung von Verkehrswegen und geopolitische Verschiebungen leiteten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Isolierung und Abwanderung ein, der der Kraftwerkbau in den 1950-er Jahren zwar entgegen wirkte. Das Ereignis des Bergsturzes in Bondo zeigte jüngst exemplarisch die Folgen der Klimaveränderung im Alpenraum.

Wir suchen über eine Recherche des Territoriums und das Verständnis der Geschichte und ihrer Bauformen eine Annäherung an das Heute. Ist das Bergell eine geografisch und wirtschaftlich isolierte „Kammer“ im Grenzgebiet? Ein entrückter Ort der Poesie, aber des Stillstandes und der Resignation, bedroht von der Natur? In unseren forschenden Aufzeichnungen interessieren uns die Beziehung zwischen der Landschaft und den Architekturen und deren Ideengeschichte.

Wir entwerfen auf Basis unserer Analyse einen öffentlichen Begegnungsraum, einen „multi uso“
für die Bevölkerung des Tals. Der durch den Bergsturz beschädigte Mehrzweckraum wirft das gesellschaftliche Bedürfnis nach einem Ort der Identifikation und der Orientierung neu auf, wofür wir den gesamten Talraum als möglichen Standort in Betracht ziehen. Mittels spekulativer Interventionen beziehen wir architektonisch Position im Referenzraum von Geschichte und Landschaft. - Vielleicht so fremd wie die Idee der barocken Geometrie in der steilen Berglandschaft, so rigoros wie die Staumauer der Albignia, so unscheinbar wie die bäuerliche Cascina im Kastanienhain oder so poetisch rätselhaft wie der Ruinengarten der Lan Müraia. Sie alle haben zum Ziel, in ihrer Haltung aus der Struktur des Tals hervorzugehen und schliesslich wieder darin eingewoben zu werden als kritische Neu-Aufzeichnung des Territoriums.
Voraussetzungen / BesonderesEinzel- und Gruppenarbeit, davon 3-4 Wochen Gruppenarbeit.
Zwischenkritiken: 16.3. / 20.4. / 11.5.
Kosten: CHF 150.--.