851-0318-00L  Literatur und Recht

SemesterFrühjahrssemester 2020
DozierendeA. Kilcher
Periodizitäteinmalige Veranstaltung
LehrspracheDeutsch


KurzbeschreibungLiteratur und Recht sind vielfach aufeinander bezogen. Das Recht verwendet Verfahren der Literatur und verkörpert Elemente ihres humanen Potenzials, die Literatur thematisiert und reflektiert die Zusammenhänge von Recht, Norm und Gesetz auf unterschiedlichen Ebenen: von der praktischen Umsetzung über die philosophische Begründung, wissenschaftlicher Anwendung und gesellschaftlicher Kritik.
Lernziel1) Kritische Reflexion unterschiedlicher Vorstellungen von Recht und Gerechtigkeit in der Neuzeit insbesondere im Spiegel literarischer Texte; 2) Theoretisches Verständnis unterschiedlicher Modelle von Recht und Gesetz; 3) Ästhetische und poetische Aspekte der Konstitution von Recht.
InhaltLiteratur und Recht sind auf komplexe Weise aufeinander bezogen und können sich wechselseitig erhellen. Das Recht verwendet Verfahren der Literatur (etwa ihre rhetorischen, ästhetischen und poetologischen Darstellungs- und Überzeugungsmittel) und verkörpert Elemente ihres humanen Potenzials. Die Literatur wiederum thematisiert und reflektiert die Zusammenhänge von Recht, Norm und Gesetz auf unterschiedlichen Ebenen: erstens auf der Ebene praktischer Umsetzung, zweitens auf der Ebene philosophischer Begründung, drittens auf der Ebene der wissenschaftlichen und technischen Anwendung, viertens auf der Ebene gesellschaftlicher Kritik und utopischer Gegenmodelle von Gerechtigkeit, oder aber dystopischer Fälle von Ungerechtigkeit. Das Seminar untersucht diese komplexen Wechselwirkungen von Literatur und Recht sowohl theoretisch als auch an konkreten Beispielen aus der neueren deutschen und europäischen Literatur (im Drama wie in Prosa) von Goethe und Kleist bis hin zu Kafka und Dürrenmatt.