Christian Posthofen: Katalogdaten im Frühjahrssemester 2020

NameHerr Christian Posthofen
Adresse
Professur f. Architekt. u. Entwurf
ETH Zürich, HIL G 57
Stefano-Franscini-Platz 5
8093 Zürich
SWITZERLAND
E-Mailposthofen@arch.ethz.ch
DepartementArchitektur
BeziehungDozent

NummerTitelECTSUmfangDozierende
052-0518-20LTheorie und Praxis: Systemtheorie und utopisches Denken Information 2 KP2GC. Posthofen, A. Brandlhuber
KurzbeschreibungFS20: Kolloquium zu erkenntnis- und handlungstheoretischen Aspekten der Systemtheorie von Niklas Luhmann und Subjektphilosopien, etwa der Urteilskraft bei Immanuel Kant.

Kolloquien zur epistemischen Grundlagenforschung von Kommunikation/Medien (Film, Fernsehen) anhand von Lektüre/Diskussion historischer und zeitgenössischer philosophischer, kulturwissenschaftlicher und soziologischer Texte.
LernzielDie Studierenden gewinnen Einsicht in das Spektrum erkenntnistheoretischer und wahrnehmungstheoretischer Theorien, lernen diese zu lesen und deren jeweilige Voraussetzungen zu analysieren und kritisieren. Aus dieser Arbeit entwickelt sich ein Objektbeziehungsmodell in progress, das der Eigenüberprüfung im Entwurfsprozess so wie der Beurteilung architektonischer Situationen im Allgemeinen und im Besonderen dient. Das Verfassen von „wissenschaftlichen Tagebüchern" in denen in freier Form die Inhalte des Kolloquiums mit der Alltagserfahrung der Studierenden zusammengedacht werden, schult das konzentrierte ergebnisorientierte Denken im Allgemeinen, wie auch in architektonischen Situationen. Die besondere Form der Schriftlichkeit des „wissenschftlichen Tagebuchs" führt abstrakte Theorie mit dem Erleben der Studierenden zusammen und macht das Wissen auf eigene Art kreativ verfügbar.
InhaltFS20: Einführung in die Systemtheorie. "Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt." (Kant, K.d.r.V., B 173).
Positiv gewendet ist Urteilsdraft eine Voraussetzung für utopisches Denken. Systeme zeichnen sich dagegen durch Eigenlogiken aus, die konservativ/systemerhaltend wirken. Textpassagen von Aristoteles, Niklas Luhmann, Greta Thunberg u.a. werden diskutiert und umkreisen die Frage: "Wie wirken virtuelle Zukünfte auf Möglichkeitsräume der Gegenwart?" Dabei geht es auch um den Anthropozän-Diskurs.

Allgemein: Philosophische Übungen zu Subjekt/Objekt Beziehungen im Allgemeinen und in architektonischen Situationen im Besonderen unter besonderer Berücksichtigung deren medialer Vermittlung durch zeitbasierte Medien. Die beiden menschlichen Vermögen Theorie als Erkennen und Praxis als Handeln entspringen beide ursprünglicher Intentionalität die alles Bewusstsein von Welt steuert. Unser Weltverhältnis ist intentional. Architektonische Situationen im Allgemeinen und im Besonderen sind sowohl für deren Planer als auch deren Nutzer von dieser Intentionalität geprägt. Intentionen und Autorschaften in einer komplexen, relationalen architektonischen und städtischen Wirklichkeit werden mit Hilfe der Kenntnisse aus der Lektüre philosophischer, kulturwissenschaftlicher und soziologischer Texte untersucht und produktiv kritisiert. In der Diskussion der Texte werden Begriffe als Werkzeuge für die Analyse architektonischer Situationen erarbeitet. Die erkenntnistheoretischen und handlungstheoretischen Einsichten werden für die Entwurfsarbeit mit zeitbasierten Medien wie Film und Fernsehen und deren Reflexion nutzbar gemacht. In den „wissenschaftlichen Tagebüchern" werden die theoretischen Einsichten aus dem Kolloquium mit eigenen Alltagserfahrungen der Studierenden in Zusammenhang gebracht und überprüft.
SkriptWird beim ersten Treffen ausgegeben.
LiteraturTeil des Skripts — wird den Studierenden beim ersten Treffen ausgehändigt.